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hair saloonLiebe ist eine zeitlose Macht, die einen glücklich oder unglücklich machen kann. Auf jeden Fall ist Liebe voller Spannung, wirbelt das Leben durcheinander und vollbringt Unerwartetes. So erleben es auch meine Protagonisten ...

Viola – Das Tagebuch der Sklavin

Viola – Das Tagebuch der Sklavin

Daphne und Jesper sind seit mehreren Jahren verheiratet. Beide glauben, sie würden den anderen genau kennen, auch in sexueller Hinsicht. Da ändert sich auf einmal Daphnes Verhalten. Jesper vermutet dahinter einen Liebhaber, und er sucht heimlich in Daphnes Tagebuch nach einem Hinweis darauf. Doch es ist alles anders. Sie verzehrt sich vor Liebe und Lust nach ihm und wünscht sich nichts sehnlicher, als von ihm unterworfen zu werden. Jesper beschließt, Daphne in ein raffiniertes Spiel aus Zärtlichkeit und erotischen Strafen zu verwickeln. Doch dieses Spiel ist nicht ungefährlich und droht seiner Kontrolle zu entgleiten …

Erscheinungstermin: 14. Sept. 2009, U-Line UG
Taschenbuch ISBN 978-3-86608-111-6;


Leseprobe

„Liebste Viola! Das Unglaubliche ist geschehen. Als hätte ich einen Wunschzettel an eine Fee geschrieben, die bereit ist, geheime Wünsche zu erfüllen. Stell dir vor: Ich habe meinen Meister gefunden und er hat mich zu seiner Dienerin gemacht! Jetzt zittere ich vor dem Unbekannten, vor Angst, Lust und Erwartung.“ Daphne hielt kurz inne, horchte mit klopfendem Herzen, schrieb dann schnell weiter. „Er kommt. Ich muss Schluss machen und berichte dir wann anders alles weitere!“ Feste Schritte näherten sich über die knarrende Holztreppe. Die aufgeklebten Teppichmatten dämpften nur wenig den männlich markanten Auftritt.
Hastig versteckte Daphne ihr Schreibzeug hinter einigen Büchern und nahm den Kunststoffwedel in die Hand, mit dem sie normalerweise den Sekretär und die Bücherregale abstaubte, wartete leicht vorgebeugt und mit gesenktem Blick, die Hände mit dem Wedel wie befohlen auf den Rücken gelegt, als er hereinkam.
„Hast du alle deine Pflichten erfüllt?“ Seine Füße machten genau vor ihr Halt. Sie stellte nüchtern fest, dass seine Socken im Bereich der großen Zehen allmählich fadenscheinig wurden. Sie würde ihm nächste Woche ein paar neue kaufen, denn es würde sich nicht lohnen, einen Faden durchzuziehen, um den Verfall aufzuhalten. Außerdem hasste er geflickte Socken und war der Meinung, dieses Gebahren stamme aus einer früheren Zeit, als die Leute arm waren und sich keine neuen Socken leisten konnten. Seine Stimme klang streng, als er seine Frage nach der Erfüllung ihrer Aufgaben stellte, aber weder unbeherrscht noch drohend. Daphnes Nervosität legte sich ein wenig. Er würde nichts zum Bemängeln finden.
„Ja, Meister. Ich habe dein Arbeitszimmer aufgeräumt, wie du gewünscht hast, die Briefmarken aus den von dir gesammelten Kuverts geschnitten, die Zeitungen aussortiert, das Altpapier in den Keller hinunter getragen, Staub gewischt – also alles gemacht, was du mir aufgetragen hast.“ Erschrocken hielt sie still, als er sich herunterbeugte, um ihr rechts und links in schneller Folge mehrere feste Klappse auf den Po zu geben. Es war nicht schmerzhaft, aber sie fühlte sich gemaßregelt und zugleich angemacht.
„Was Ihr mir aufgetragen habt! Du beherrschst diese respektvolle Anrede immer noch nicht?“, herrschte er sie mit strengem Tonfall an.
„Verzeiht Meister, ich werde mich bessern. Ich habe alles gemacht, was Ihr mir aufgetragen habt!“, erwiderte sie zaghaft.
„Gut, ich werde das Ergebnis deiner Arbeit später kontrollieren. Zunächst aber werden wir an deinen Antworten und deiner Erziehung arbeiten. Es kann nicht angehen, dass du es an der gebührenden Höflichkeit mir gegenüber immer noch fehlen lässt!“

Daphne biss sich verlegen auf die Unterlippe. Wieso nur konnte sie sich diese dämliche, altmodische Ausdrucksweise nicht merken? Es war reine Schikane, dass er sie verlangte! Warum durfte sie ihn nicht einfach weiter duzen? Reichte es denn nicht, dass sie ihn mit Meister ansprach? Andererseits – wenn es sein Wunsch war, würde sie sich anstrengen, diesen künftig auszuführen. Sie wollte doch nichts anderes, als ihm gefallen und zu Willen zu sein, damit er so oft wie möglich mit ihr Liebe machte, denn sie dachte beinahe an nichts anderes mehr. Niemals hätte sie vermutet, dass Lust so sehr zur Qual werden könnte.
Seine Stimme riss sie unbequem aus ihren Gedanken. „Wir gehen nun die Regeln noch einmal durch und überlege genau, ehe du antwortest und achte darauf, dass deine Antworten vollständig sind.“
„Ja, Meister.“
Er setzte sich in seinen ausladenden Schreibtischstuhl, legte die Unterarme auf die mit Leder bezogenen Armlehnen auf, drehte den Stuhl seitlich zu dem alten Sekretär und musterte sie von oben bis unten. Es war nicht zu übersehen, dass sie sich in ihrer Haut ein wenig unwohl fühlte, sich in ihrer Nacktheit vor ihm genierte. Und ganz sicher war sie erregt, denn ihre Brustwarzen hoben sich fest und steil von ihren Brüsten ab und eine zarte Röte überzog ihre Wangen bis zu den Ohrspitzen. Oder konnte es sein, dass er sie bei irgendetwas gestört hatte? Sein Blick fiel auf den Laptop, der zugeschlagen auf dem Sekretär lag. Nein, gesurft hatte sie sicherlich nicht. Alle Lämpchen des Computers waren aus und die Zeit hätte ihr nicht gereicht, ihn schnell herunterzufahren. Aber die Bücher im Regal – sie waren verschoben, standen mit der Vorderkante nicht bündig am Regalbrett ausgerichtet. Sie hatte also wieder heimlich geschrieben. Jesper verkniff sich ein Grinsen. Schon seit langem wusste er, hinter welchen Büchern sie ihr Geheimnis verbarg. Er winkte Daphne näher zu sich heran und wies mit der Hand auf den Boden vor seinen leicht geöffneten Beinen.
Sie gehorchte sofort und sank vor ihm auf die Knie. Dabei achtete sie darauf, ihre Schenkel ein wenig zu spreizen, die Hände auf dem Rücken zu lassen und das Kreuz gerade durchzustrecken, wie er es von ihr als Sklavin erwartete. Ihre Brüste zittern nach von der Bewegung und es schien ihr ein wenig peinlich, dass er angezogen war, sie jedoch wie von ihm befohlen splitternackt. „
Sieh mich an! Wie hast du mich anzureden?“
„Ich habe dich – oh, verflixt, verzeiht mir bitte noch einmal Meister! – ich habe Euch mit Meister und in ehrerbietiger Höflichkeit anzusprechen!“ Sie lächelte verlegen.
Jesper sah sie erwartungsvoll an. „Und weiter?“
Daphne schluckte. Was hatte sie vergessen?

© Sira Rabe