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hair saloonLiebe ist eine zeitlose Macht, die einen glücklich oder unglücklich machen kann. Auf jeden Fall ist Liebe voller Spannung, wirbelt das Leben durcheinander und vollbringt Unerwartetes. So erleben es auch meine Protagonisten ...

Gefangen

Gefangen

Delia ist jung, attraktiv und ungebunden. Sie übernimmt einen zunächst harmlosen Job in einem Edelbordell, doch dann wird Stammgast Lennart Kerner auf sie aufmerksam. Nach und nach gerät sie in seinen Bann. Doch Lennart ist nicht einfach zufrieden zu stellen und will immer mehr. Als er Delia mit seinen Wünschen überfordert, zieht sie sich zurück.
Aber sie hat nicht mit seiner Hartnäckigkeit gerechnet. Lennart hat längst ausspioniert, wo Delia wohnt. Er entführt sie, um sie zu seiner privaten Lustsklavin zu erziehen. Niemand wird nach ihr suchen, denn Lennart hat an alles gedacht …

Erscheinungstermin: 25. August 2008, Ubooks
Taschenbuch ISBN 978-3-86608-097-3


Leseprobe

Das letzte Geräusch, das Delia hörte, war das leise Einrasten der Tür im Schloss. Dann war es totenstill. Selbst die Musik, die den Gang beschallte, blieb draußen. Möglicherweise war dieser Raum auch besonders Schall gedämmt. Es war wie in einem Vakuum. Das einzige, was sie wahrnahm, war das nervöse Klopfen ihres Herzens.
Delia drehte ihren Kopf hin und her. Nichts. Nichts für ihre Ohren.
Sie musste davon ausgehen, dass er da war und sie beobachtete. Aber seine Anwesenheit war weder körperlich noch mit ihren anderen Sinnen wahrnehmbar. Es war unheimlich. Und auf eine gewisse Weise aufregend. Mehr aufregend als beängstigend.
Lennart war sich bewusst, dass er anders als bisher vorgehen musste. Er durfte sie nicht erschrecken, sondern musste sie langsam in die Spiele einführen, die ihm Lust bereiteten. Sofern sie ihm die Chance dazu gab. Eigentlich war sie die Frau, die er nicht hier, sondern lieber draußen, unter normalen Umständen kennen gelernt hätte, bei einem ganz alltäglichen Date. Aber wahrscheinlich würde sie sich dann eines Tages wie all die anderen vor ihr verhalten, und genau das musste er verhindern.
Er hatte genug davon, genug von all diesen Kränkungen, von Frauen, die über seine Freizeit, Urlaubsziele und Anschaffungen bestimmten, die nur auf sein Geld aus waren, nur den vermögenden, erfolgreichen Anwalt in ihm sahen, sich mit seiner attraktiven Begleitung schmückten. Und: die nicht treu sein konnten.
Keine, keine einzige hatte bisher seine Liebeskünste zu würdigen gewusst. Dabei war das einzige, was er forderte: Treue, Zuneigung, Hingabe. Aber das gaben sie ihm nicht. Deshalb verlangte er inzwischen doch etwas mehr. Etwas Unabdingbares: Gehorsam. Absolute Selbstaufgabe, unterwürfigen Gehorsam.

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Er bewohnte ein schmuckes Einfamilienhaus mit großem Garten, umgab sich mit erlesenen Antiquitäten und Kunstgegenständen. Eigentlich hätte er mit sich und seiner Welt zufrieden sein können. Aber es machte ihn nicht glücklich. Denn leider fehlte ihm die passende Lebensgefährtin. Und die Damen, die ihn fast jeden Freitag gegen Geld bedienten, waren in seinen Augen nur Mittelmaß, nur besser als gar nichts.Mona hatte Delia hereingeführt, wie verlangt mit verbundenen Augen. Lennart hatte angewiesen, auf jegliche Kleidungsstücke und Accessoires, auch auf High Heels zu verzichten. Es würde eine andere Gelegenheit geben, sie aufregend anzuziehen. Das hatte Zeit. Er wollte sie pur, denn sie war schön, und er ahnte, sie würde sich ein wenig genieren.
Während er nachdachte, musterte er die junge Frau, die auf einem dünnen Polster zu seinen Füßen kniete. Aufgrund ihrer ungewöhnlich hellen Haut wirkte sie fast wie eine der klassischen Marmorstatuen und sie hätte mühelos mit deren Anmut konkurrieren können. Die hinter dem Rücken gehaltenen Arme betonten auf verführerische Weise ihre Nacktheit. Ihre Brüste bebten leicht unter jedem Atemzug. Sie schien nervös zu sein. Eine Woge sinnlicher Gefühle erfasste ihn.

Endlich, nach einer unendlich langen Zeit, in der Delia sich nur mühsam zurückgehalten hatte, einfach irgendetwas zu sagen, vielleicht die dümmste aller Fragen zu stellen, die einem in einem solchen Moment einfallen kann: «Sind Sie da?» – endlich zerriss seine Stimme die unerträgliche Stille.
«Schön, dass du es dir überlegt hast und doch gekommen bist!»
Delia lauschte dem Nachhall der Stimme in ihrem Kopf. Er sprach nicht übermäßig laut, aber klar und deutlich. Seine Stimme hatte ein angenehmes Timbre, drang in Kopf, Bauch und Herz ein. Warm und samtig klang sie, Vertrauen erweckend, aber mit einem Anflug von Strenge, gerade so viel, dass es Delia ein erwartungsvolles Kribbeln bis in den Schoß jagte.
Sie hörte ein leises Knacksen, wie es alte Stühle von sich geben, wenn man aufsteht. Schritte, gleichmäßig, markant, der Absatz etwas hart auf dem Boden aufsetzend. Also gab es hier keinen dämpfenden Teppich. Parkett oder Steinboden? Unter ihren Zehenspitzen, die über das Polster hinaus ragten und den Boden berührten, war es angenehm warm. Vermutlich eine Fußbodenheizung. Sie war dankbar dafür, denn sie bekam ziemlich schnell kalte Füße. Wie die meisten Frauen.

Leise Musik setzte ein. Instrumental, schwingend, sphärisch. Nichts Aufregendes, sondern etwas, was die Seele beruhigte.
Er umrundete sie. Ihr verlockender, kurvenreicher Körper weckte seine Begierde. Ihre Haut war so wunderbar weiß, ohne den Mix aus Sonnenbräune und vom Bikini weiß gehaltenen Körperpartien. Und sie war rein. Fast. Ein kleiner Leberfleck auf dem rechten Schulterblatt gab der Makellosigkeit erst ihren Reiz.
Delia zuckte zusammen. Eine Fingerspitze fuhr ihr über die Stirn herab, über das Tuch, mit dem ihre Augen verbunden waren, die Nase hinunter. Seine Finger rochen dezent nach Seife oder Creme, die Fingerkuppen waren weich. Es hätte sie nicht überrascht, wenn er kurz geschnittene, perfekt manikürte Fingernägel hatte. Sein Finger folgte nun der Kontur ihrer Lippen, strich gefühlvoll mehrmals darüber, hin und her, zart, noch zarter, fast kitzelnd. Sie unterdrückte ein Stöhnen und ein leichtes Zittern überflutete ihren Körper. Es war unglaublich, dass sie seine Berührung derart sinnlich empfand. Sie hatte lange nicht dergleichen gefühlt. Aber er war doch ein Fremder für sie! Wie war es möglich, dass diese Liebkosungen in ihr ein Feuer entfachten?
«Mehr», dachte sie sehnsüchtig, «viel mehr.»
Sie gab dem leichten Druck seines Fingers nach, öffnete ein wenig ihren Mund. Sein Finger nahm Kontakt mit ihrer züngelnden rosigen Spitze auf, fuhr über ihre weißen, in der Kindheit in Reih und Glied gezwungenen Nichtraucherzähne, verteilte ein wenig ihres Speichels über ihr Kinn. Dann setzte er die Erkundung fort, über das Kinn den Hals hinunter, zog kleine Kreise in dem Grübchen am Halsende, weiter, tiefer, im Zickzack zwischen ihre Brüste.
Delia spürte ein Ziehen in ihren Brustwarzen, ein unverkennbares Zeichen dafür, dass sie sich verhärteten. Es wurde immer aufregender, es fiel ihr schwer, ruhig zu bleiben, sich nicht zu bewegen, keinen Ton von sich zu geben. Ihre Lippen zitterten ein wenig.
Was geschah mit ihr?
Seine Finger umkreisten eine Brustwarze, vorwitzig, prall und empfangsbereit stand sie in frischem Rosa hervor. Delia biss die Zähne aufeinander, wimmerte tief in ihrer Kehle vor Lust, als er ihre beiden Nippel zwischen seine Finger nahm, ein wenig kniff, daran zupfte, drehte und dann mit seinen Daumen sanft darüber fuhr, dass es ihr durch und durch ging. Ihre Schenkel und ihre Pobacken zuckten unkontrolliert.
«Mach nichts, gar nichts, rühr dich nicht vom Fleck, solange er dich nicht dazu auffordert!», erinnerte eine innere Stimme Delia daran, wie sie sich verhalten sollte, obwohl es ihr schwer, unsagbar schwer fiel, ihre Hände auf dem Rücken zu halten, statt sie nach ihm auszustrecken.
Plötzlich hörte er auf, nahm seine Hand zurück. Enttäuschung erfasste sie und sie atmete laut aus.
«Gefällt dir das?»
Delia hauchte benommen: «Ja.»
«Dann willst du also mehr davon?»
«Ich», sie schluckte, «oh – ja bitte! Wie – wie soll ich Sie anreden?»
«Sag einfach Herr zu mir. Herr ist genau richtig, denn ich werde dein Herr sein und du – wie ist dein Name?»
Er wusste seit langem, wie sie hieß. Aber es war die erste Gelegenheit, sie ein wenig zu testen, wie schnell sie lernte, ob sie bei ihrer Antwort die korrekte Anrede benutzte.
«Delia, ich heiße Delia, mein Herr.»
Lennart lächelte zufrieden.
«Gut, Delia. Es ist schön, dass du es dir noch mal überlegt hast und gekommen bist. Ich werde dich heute Nacht zu meiner Sklavin machen. Du wirst es nicht bereuen, vorausgesetzt, du wirst gehorsam sein, Sklavin Delia.»
Seine Stimme klang feierlich, aber auch eindringlich und fast ein wenig bedrohlich.
«Sklavin Delia» – was genau meinte er damit? Für einen Augenblick griff die Angst nach Delia, die natürliche ahnungsvolle Angst, die sie bisher immer davon abgehalten hatte, dem drängenden Wunsch Lennarts, des Stammkunden dieses Etablissements, nachzugeben. Aber jetzt war es wohl zu spät und sie wollte auch gar nicht mehr zurück. Seine sinnliche Berührung hatte sie bereits in ihren Bann gezogen.

Nun legte er seine Hände auf ihre Schultern, streichelte über ihre Oberarme, berührte dabei wie zufällig die Rundungen ihrer Brüste. Neckend, verführerisch nebensächlich, so zart, dass es kitzelte.
Und in diesem Augenblick vergaß Delia ihre letzten Bedenken und gab sich ihrer Lust hin. Sie unterdrückte ein Kichern. Es war berauschend. Sie wusste nicht, was er anhatte, ob er immer noch seinen eleganten Anzug trug oder nackt war. Aber sie roch sein Eau de Toilette, männlich herb, ein Hauch von Sandelholz, der Frische verströmte, und es war nah, sehr nah. Möglicherweise kniete sie also splitternackt vor ihm, während er voll bekleidet war und wie ein Macho mit ihr machen konnte, was er wollte.
Nein, nicht wie ein Macho – wie ein «Herr», der Herr über die Sklavin Delia!
Aber was wollte er, was würde er mit ihr anstellen? Man hatte ihr nur eine vage Vorstellung davon gegeben, was sie erwartete. Gewiss, sie würde sich von diesem Fremden in dieser einen Nacht zu seiner Liebesdienerin machen lassen. Zu einer Liebesdienerin, von Sklavin war keine Rede gewesen. Aber nur für ihn, für keinen anderen Mann. Es war aufregend, es war ein Abenteuer. Warum auch nicht. Der Fremde war sexy, anziehend, beeindruckend – und ganz nebenbei, auch das Geld war verlockend, das sie dafür erhalten würde.
Seine Finger streichelten immer noch zärtlich ihre Arme, aber seine Daumen reichten bis an ihre Knospen, die erwartungsvoll hervorstanden und erneut von ihm gestreichelt wurden, geneckt, zärtlich liebkost. Ein lüsternes Stöhnen kam über ihre Lippen.
«Mehr», flehte sie stumm, «mehr.»
Es war ungeheuer erregend, ein sehnsüchtiges Verlangen setzte in ihrer Vagina ein, ihre Schamlippen schwollen begierig an und ihre Klitoris pochte eifersüchtig, erwartete ebenfalls zärtlich geliebt zu werden. Sie löste ihre Finger voneinander, streckte ihre Hände nach ihm aus, um ihn zu berühren, seinen Körper zu erkunden. Doch er schlug ihr hart auf die Finger und sie zuckte erschrocken zurück. Irritiert hörte sie, wie er sich entfernte.
«Auaaa!» Delia schrie entsetzt auf, presste dann die Lippen aufeinander, wimmerte. Der Schmerz biss sich in ihre Haut, klatschte laut, brannte wie Feuer. Erst traf es ihre Arme, ihren Rücken, dann ihre Brüste. «Nein, bitte nicht!» Sie beugte sich schützend nach vorne, kreuzte ihre Arme vor den Brüsten. Da ging die Peitsche stattdessen auf ihren Po nieder, piff gespenstisch durch die Luft, biss sich brennend in ihre Haut.
Sie war vor Schreck wie gelähmt. Sekunden vergingen ehe sie aufsprang, ihm blindlings auszuweichen versuchte, was absolut sinnlos war. Kopf und Gliedmaßen schienen auf einmal unkoordinierbar und nicht mehr ihrem Willen zu gehorchen. Sie strauchelte.
«Hören Sie auf, warum tun Sie das? Nein, nicht – davon war keine Rede!»
Sie griff nach dem Tuch, das ihre Augen bedeckte, um es sich herunterzureißen, doch ihre Hände wurden plötzlich wie von Schraubstöcken festgehalten. Sie begann zu zittern, fühlte nur noch Panik, spürte jeden einzelnen seiner Finger bis auf die Knochen.
«Ruhig, scht scht, ergib dich, Sklavin», zischte er und unterband jegliche Gegenwehr.
Delia keuchte. «Aua, lassen Sie mich los, Sie tun mir weh!»
Er war offensichtlich kräftiger, als sie gedacht hatte. Und rücksichtsloser.
«Ich werde dich nicht züchtigen, wenn du dich richtig verhältst, verstanden? Aber jedes fehlerhafte Benehmen wird augenblicklich und erbarmungslos geahndet, habe ich mich klar genug ausgedrückt?»
«Ja, Herr», wimmerte Delia fassungslos. «Was habe ich denn falsch gemacht? Sagen Sie es mir – bitte! Und lassen Sie mich bitte los.» Sie wand sich verzweifelt in seinem Griff.
Er lachte leise, aber es klang wie ein bitteres Lachen, ein Lachen unsäglicher Enttäuschungen.
«Ich werde dich loslassen, aber stattdessen fesseln. Damit du nicht noch einmal Dummheiten machst.»
Geschickt zog er ihr die Hände auf den Rücken und Delia hörte ein zweimaliges Klicken, dann ließ er sie los. Jedes feinste Körperhärchen stellte sich ihr vor Entsetzen auf. Delia presste ihre Handgelenke auseinander. Vergebens. Es mussten Handschellen sein, immerhin gepolsterte Handschellen, denn das klickende Geräusch passte nur dazu, aber es fühlte sich nicht hart, sondern weich an. Erneut wimmerte sie verängstigt auf.
Nun war sie ihm endgültig ausgeliefert, absolut hilflos. Sie sah nichts und konnte nicht flüchten. Jegliche Gegenwehr war sinnlos. Warum nur hatte sie sich dazu überreden lassen? Vielleicht sollte sie betteln, damit er nicht … aber das war zu erniedrigend!

© Sira Rabe